Kunst und Erholung in Rumänien vom 27. Juli bis 14. August 2010

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Beschreibung

Die Reise wird von Cluj (Klausenburg) aus in drei Landschafts- und Kulturräume führen:

1. Zu den Moldauklöstern im Nordosten Rumäniens. Diese wurden in der Zeit der Türkeneinfälle (15. Jahrhundert) begründet als eine spirituelle Kraftquelle. Die Darstellungen an Außen- und Innenwänden sind so angeordnet, dass sie die Menschen durch Bildmeditationen von außen nach innen führen auf einem Weg, dessen Weisheit uns heute staunend bewusst werden kann.

2. Zu mittelalterlichen Städten und Kirchenburgen. Letztere Zeugen von der Organisationsfähigkeit und dem kämpferischen Geist deutscher Bauerngemeinschaften, die jederzeit bereit waren, ihre Kirche als Wahrzeichen ihrer Freiheit hinter Mauern zu verteidigen.

3. Zu einer Erholungswoche nach Plopi, wo in einem noch ursprünglichen Bergdorf der Westkarpaten (ca. 1000 m hoch) aus einer anthroposophischen Initiative heraus ein Lebens- und Gestaltungsraum für künstlerische Menschenbildung entstanden ist. Die gesunde Natur lädt ein zum Wandern, Beeren- und Pilzesammeln. Am Nachmittag führt uns Adriana Krisan, eine rumänische Künstlerin, die in der Schweiz und in Deutschland studiert hat, in die Kunst des Ikonenmalens ein, vom Schwärzen des Holzes bis zur farbigen Gestaltung nach alten und zeitgenössischen Motiven.

Mit dieser Reise verbindet sich das Anliegen, etwas von dem zu vermitteln was Eginald Schlattner, evangelischer Pfarrer in Siebenbürgen und Buchautor („Der geköpfte Hahn“ u. a.) auf die Frage: „Was ist der Beitrag Rumäniens zu Europa?“ antwortet (s. Das Goetheanum, Nr. 46 – 09)

Was ist der Beitrag Rumäniens zu Europa?
Er liegt gerade in dem, was kontinental angemahnt wird: Bei uns wird Ehrfurcht vor der Andersartigkeit und Respekt vor der Differenz gelebt! Der andere, der eine andere Sprache spricht, eine andere Kultur pflegt und anderen Bräuchen huldigt, er gehört zu meiner individuellen und kollektiven Identität, ergänzt und bestätigt mich in dem, was ich bin. Als ein Siebenbürger Sachse werde ich von den Ungarn, den Rumänen, den Zigeunern, den Juden anerkannt – und umgekehrt. Diese Vielfalt an Lebenswelten, denen ich vor Ort auf Schritt und Tritt begegne, fordert von mir stets andere Verhaltensweisen im Gebaren und Sprechen, jeweils abgestimmt auf den ethnischen und kulturellen Hintergrund des Gegenübers. Die Sprache des Herzens des anderen zu üben und sie zu sprechen, deutet auf Europa. Ich wünsche mir sehr, dass Europa diese Sprache und die gemeinsame Seele entdecke.